Zwei Kantone aus Bergen und Seen, zwei Wirtschaften, die sich ganz um den Tourismus drehen — und doch zwei sehr unterschiedliche Philosophien zur Regulierung der Kurzzeitvermietung. Im Wallis genügt für die touristische Vermietung einer Wohnung oder eines Chalets ohne Hoteldienstleistungen auf kantonaler Ebene eine blosse Meldung an die Gemeinde (eine “Anmeldepflicht” bzw. Duldungspflicht des Vermieters). Im Kanton Waadt hingegen läuft dieselbe Aktivität über einen stärker verwalteten Rahmen : kommunale Bewilligung oder Registrierung in Tourismusgemeinden, Kurtaxe pro Nacht und zusätzlich eine Steuer auf Zweitwohnungen.

Dieser Guide zeigt konkret, wie die Anmeldung der Kurzzeitvermietung im Wallis funktioniert, warum der administrative Aufwand dort geringer ist und was sich gegenüber dem Kanton Waadt wirklich unterscheidet.

Das Wichtigste in Kürze: Im Wallis unterliegt die touristische Vermietung einer Wohnung ohne Hoteldienstleistungen nur einer Meldepflicht an den Gemeinderat — keiner Betriebsbewilligung. Die Betriebsbewilligung (mit kantonaler Prüfung) betrifft nur Beherbergung mit Hoteldienstleistungen (Hotels, B&B, Campingplätze). Bei der Kurtaxe können Walliser Gemeinden auf eine Jahrespauschale für Ferienwohnungen statt einer Nachtsteuer setzen. In der Waadt machen die kommunale Bewilligung oder Registrierung, die Kurtaxe pro Nacht (seit 2023 teils von Airbnb erhoben) und die Steuer auf Zweitwohnungen den Ablauf schwerer.

⚠️ Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Lokale Regeln können in einzelnen Gemeinden zusätzliche Bedingungen vorsehen. Klären Sie Fragen immer mit Ihrer Gemeinde oder einem Fachmann vor der ersten Buchung.

Kurz gesagt: Im Wallis ist die Kurzzeitvermietung einer touristischen Wohnung ohne Hoteldienstleistungen eine blosse kommunale Meldung, mit der Option einer Jahrespauschale ; im Kanton Waadt ist die Aktivität stärker reguliert (kommunale Bewilligung oder Registrierung, Kurtaxe pro Nacht, Steuer auf Zweitwohnungen).

Zwei Systeme, zwei Philosophien

Das Wallis und die Waadt teilen viel — den Genfersee, die Alpen, eine starke touristische Nachfrage. Doch ihre Regulierung der Kurzzeitvermietung geht in entgegengesetzte Richtungen, aus einem einfachen Grund: Im Wallis beruht die Tourismuswirtschaft auf der Bereitstellung von Ferienwohnungen, und der Kanton behandelt dies als normale Aktivität; in der Waadt führt der Druck auf das ganzjährige Wohnen (besonders an der Riviera und in Lausanne) dazu, dass die Behörden die touristische Nutzung stärker regulieren.

Konkret zeigt sich der Unterschied auf drei Ebenen: das Grundverfahren (Meldung vs Bewilligung), die Erhebung der Kurtaxe (Pauschale möglich vs pro Nacht) und die Nebenformalitäten (die Steuer auf Zweitwohnungen in der Waadt).

Wallis: eine blosse Meldung für die Vermietung ohne Hoteldienstleistungen

Der Kanton Wallis unterscheidet klar zwei Situationen, definiert durch sein Dienst für Industrie, Handel und Arbeit (SICT):

Genau hier ist das Wallis gegenüber der Waadt “erleichtert”: Ein Eigentümer, der seine Wohnung oder sein Chalet an Touristen vermietet — ohne Hoteldienstleistungen — muss auf kantonaler Ebene seine Tätigkeit nur der Gemeinde melden. Die berühmte Bewilligung mit kantonaler Prüfung gilt für diesen Fall nicht.

Dies ist vom Kanton selbst dokumentiert (vs.ch, Seite “Beherbergung, Gastronomie und alkoholischer Getränkehandel”: Die Vermietertätigkeit unterliegt der Meldepflicht an die Gemeindebehörde).

Die Kurtaxe: die Pauschale auf Ferienwohnungen

Die zweite typisch walliserische Erleichterung: Die Besteuerung der touristischen Präsenz kann pauschal erfolgen. Gemäss Artikel 21 Absatz 3 des Walliser Tourismusgesetzes können die Gemeinden eine generalisierte Pauschale für Ferienwohnungen statt der Nachtzählung einführen.

Für Eigentümer ändert dies den Alltag: Statt jede Buchung zu deklarieren und die Steuer pro Person und Nacht zu berechnen, legt die Gemeinde einen jährlichen Pauschalbetrag pro Wohnung fest. Weniger Belege, weniger Papierkram, ein über das Jahr verteilter Verwaltungsaufwand.

Das Wallis bietet den Gemeinden damit ein einfaches Werkzeug: entweder die übliche Nachtsteuer oder die Jahrespauschale auf Ferienwohnungen. Jeder Eigentümer gewinnt an Einfachheit in der Buchhaltung.

Waadt: ein stärker regulierter Ansatz

Auf westschweizer Seite ist der Rahmen stärker verwaltet, besonders in den Tourismusgemeinden am See (Montreux, Vevey, Villeneuve). Drei grosse Unterschiede zum Wallis:

Zu beachten: In der Waadt ist die Regulierung darauf angelegt, das ganzjährige Wohnen zu bewahren. Das ist der Kern des Unterschieds in der Philosophie — das Wallis organisiert die Kurzzeitvermietung als touristische Infrastruktur, die Waadt reguliert sie, um den Wohnraum zu schützen.

Vue alpine en Suisse

Wallis vs Waadt: die Vergleichstabelle

KriteriumKanton WallisKanton Waadt
Grundregime der Kurzzeitvermietung (ohne Hoteldienstleistungen)Meldepflicht an die GemeindeKommunale Bewilligung / Registrierung in Tourismusgemeinden
Beherbergung mit HoteldienstleistungenBetriebsbewilligung + kantonale Prüfung (2 Monate vorher)Formeller Hotel-/Parahotelrahmen
KurtaxePro Nacht oder Jahrespauschale auf Ferienwohnungen (Art. 21 Abs. 3)Pro Person und Nacht (seit 2023 teils von Airbnb erhoben)
Steuer auf ZweitwohnungenNach Gemeinde (Pauschale möglich)Ja, jährlich kumulierte Steuer (Musterreglement 2024)
PhilosophieLeichte Regulierung, Tourismus als MotorStärkere Regulierung, Schutz des ganzjährigen Wohnens

Klar gesagt : Für eine Wohnung oder ein Chalet, das an Touristen ohne Hoteldienstleistungen vermietet wird, ist der Ausgangspunkt im Wallis eine blosse Meldung, während die Waadt ein formelles kommunales Verfahren und eine mögliche Doppelbesteuerung verlangt. Genau darin ist das Wallis “erleichtert”.

Schweizer Riviera und Alpen: der Rahmen für Walliser und Waadtländer Kurzzeitvermietungen Carte des districts du canton de Vaud

Der Sonderfall der Bergdestinationen

Eine wichtige Nuance, wenn Sie bauen oder umwandeln möchten: Viele Walliser Gemeinden überschreiten die 20-%-Schwelle an Zweitwohnungen des Bundesgesetzes über Zweitwohnungen (ZWG). In diesen Gemeinden dürfen keine neuen Zweitwohnungen mehr gebaut werden — aber, entscheidend für die Kurzzeitvermietung, erlaubt das ZWG unter Bedingungen den Bau von für touristische Beherbergung bestimmten Wohnungen.

Anders gesagt : Wo das Wallis neue Zweitwohnungen einschränkt, fördert es ausdrücklich betriebliches Tourismuswohnen. Eine bestehende, kurzfristig vermietete Immobilie bleibt problemlos möglich — die Beschränkung betrifft den Neubau von Zweitwohnungen, nicht die touristische Vermietung einer bestehenden Wohnung. Zu den Begriffen Hauptwohnung, Zweitwohnung und Aktivität siehe unseren Vergleich der drei Begriffe.

In der Praxis für Eigentümer

Die konkreten Schritte unterscheiden sich also von einer Seeseite zur anderen:

In der Praxis bei RivieraHost: Wir erledigen die Meldung oder Bewilligung, die Kurtaxe und die Gästedeklaration von A bis Z — in Montreux und in den Walliser Destinationen. Die Einnahmepotenziale einer Immobilie im Wallis analysiert unser Guide zu Chalet-Einnahmen im Skigebiet.

Vue de la Suisse

Besitzen Sie eine Immobilie im Wallis oder in der Waadt?

Montreux oder Verbier, wir verwalten die Kurzzeitvermietung von A bis Z — Meldung, Bewilligung, Kurtaxe, Einnahmen und Gästewechsel — gemäss den Regeln Ihrer Gemeinde und Ihres Kantons.

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Bahram Khanlarov
Bahram Khanlarov

10 Jahre Erfahrung in der Hotellerie. BBA Hospitality (Glion), MSc Tourismus (FHGR), MSc Data Science (HSLU).

Auch lesen: So melden Sie Ihre Montreux-Vermietung an · Die Waadtländer Regeln erklärt · Kurzzeitvermietung in Villeneuve · Haupt- oder Zweitwohnung für die Kurzzeitvermietung? · Chalet-Einnahmen im Skigebiet

Häufige Fragen

Brauche ich im Wallis eine Bewilligung für die Kurzzeitvermietung meiner Immobilie?

Für eine ohne Hoteldienstleistungen touristisch vermietete Wohnung nein: Es genügt eine Meldepflicht an die Gemeinde (Vermietertätigkeit). Die Betriebsbewilligung mit kantonaler Prüfung gilt nur für Beherbergung mit Hoteldienstleistungen (Hotels, B&B, Campingplätze).

Warum ist das Wallis gegenüber der Waadt “erleichtert”?

Das Grundverfahren im Wallis ist eine blosse kommunale Meldung, während die Waadt in Tourismusgemeinden eine kommunale Bewilligung oder Registrierung verlangt. Das Wallis erlaubt zudem eine Jahrespauschale auf Ferienwohnungen statt der Nachtsteuer und erhebt keine kantonale Zweitwohnungssteuer zusätzlich zur Kurtaxe.

Wie wird die Kurtaxe in der Waadt erhoben?

Pro Person und Nacht. Seit dem 1. April 2023 erhebt und überweist Airbnb sie automatisch in den Gemeinden der UCV-Airbnb-Partnerschaft, am 1. Februar 2025 erweitert. Die kommunale Registrierung oder Bewilligung gilt weiterhin.

Kann ich eine bestehende Immobilie in einer Walliser Destination über 20 % Zweitwohnungen kurzfristig vermieten?

Ja. Das ZWG beschränkt den Neubau von Zweitwohnungen, nicht die touristische Vermietung einer bestehenden Wohnung. Vielmehr erlaubt es unter Bedingungen sogar für touristische Beherbergung bestimmte Wohnungen, auch in diesen Gemeinden.

Welche steuerlichen Unterschiede gibt es zwischen den beiden Kantonen bei der Kurzzeitvermietung?

In beiden sind Mieteinnahmen steuerbar und die MWST gilt ab CHF 100’000. Der Unterschied betrifft die Kurtaxe: in der Waadt pro Nacht (zusätzlich eine Steuer auf Zweitwohnungen), im Wallis pro Nacht oder als Jahrespauschale. Die Bundesreform von 2025 ändert zudem ab 2029 die Besteuerung von Zweitwohnungen.

Quellen

Übernachten

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